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Liegen bleiben, Niederdorf & Tex Mex

Liegen bleiben, Niederdorf & Tex Mex

Mein grösster Erfolg heute war, dass ich um halb 5 Uhr morgens mich durchgerungen habe, liegen zu bleiben. Ich lag auf dem Rücken und habe mir verschiedene Dinge überlegt. Aufstehen, Handy holen, Birgit fragen, ob sie auch wach sei. Aber irgendwie bin ich dann doch wiedereingeschlafen! Und dann war plötzlich halb acht, es war hell und Nala wunderte sich, wo ich denn bleibe.

Es dauerte auch etwas bis wir in die Gänge kamen. Immerhin schafften wir es in die Migros für den Wocheneinkauf. Neuerdings nehmen wir Nala mit zum Einkaufen. Damit sie sich ein bisschen an den Stadtgroove gewöhnt. Birgit hält noch mit der Marktfrau ein Schwätzchen. Deren Hund musste in die Therapie. Der wurde gebissen und im Wald ist er fast von einem Baum erschlagen worden, dann hat sie ihn noch kastrieren lassen. Nun geht er nicht mehr raus (ich versteh den Typen, echt, ich bräuchte dann auch Therapie).

Heute hat mein Göttikind Geburtstag. Die ist auch schon 17. Ich geh vorbei und besuche sie in Stettbach. Ewig, dass ich dort war. Sie kriegt jedes Jahr das Gleiche. Einen Sparbatzen. Aber irgendwie ist das Konto nicht so angewachsen. Ich hätte es lieber für sie investieren sollen. Ich bin da voll langweilig. Aber immerhin sind es nun fast 1800 Franken. Jetzt muss ich nur noch entscheiden, wann sie es kriegt. Sie kriegt auch immer ein Buch, weil sie eine Leseratte ist, sie hat diesmal aber abgewunken. Zu viele Bücher hat sie schon auf dem Lesestapel. Sie wünschte sich aber eine Leselampe. Davon habe ich genug und ich bringe Ihr eine mit.

Am frühen Nachmittag besuchen Birgit und ich mal wieder ein Fussballspiel von Emma. Sie spielt linke Verteidigerin und das neue Team ist um Welten besser als das alte. Das Gleiche gilt für die Trainerin. Die ist auch voll ok. Sie spielen 3:0 gegen Schaffhausen und sind nun auf Platz 5 in der Tabelle. Emma kriegt eine Verwarnung, nachdem sie 2 gegnerische Spielerinnen zu Fall gebracht hat (das haben wir aber nicht gesehen, das fand in der ersten Halbzeit statt).

Das war das beste Foto - Besser ging nicht

Am Nachmittag fahre ich mit Birgit nach Zürich. Wir steigen am Stadelhofen aus und laufen durchs Niederdorf. Keine Ahnung, wann ich dies zum letzten Mal gemacht habe. Der Anlass sind neue Turnschuhe für Birgit. Kurz vor dem Grossmünster gibt es so einen super Sneakerladen. Birgit und ich sind zwar doppelt so alt wie die anderen Besucher, aber sie findet ihre neuen Schuhe (und auch gleich ein paar für Lino). Wie fest sich das Niederdorf gewandelt hat. Hier habe ich doch viel Zeit verbracht in Gymi und Studentenzeiten. Gab es da schon Touristen im Niederdorf? Als ich noch bei der Antifa mitlief, trafen wir uns im Zähringer. Das Kontiki, die Wüste und die Safari Bar waren meine Trinklöcher. Und wenns ganz schlimm wurde, endeten wir in der Gräblibar. Die hatte auch offen zwischen 2 und 6 Uhr morgens. Erst dann wurde man rausgeworfen für eine Stunde, weil die Bar gewischt wurde. Und während wir so mit den Touris durch das Niederdorf ziehen, bleibe ich immer wieder einmal an örtlichen Erinnerungen hängen. Mein Gott, auf Höhe Stüssihof gabs sogar eine schmudlige Rotlichtecke, wo die Nutten rumstanden und wo man gezwungenermassen durch musste. Am Central gehen wir hoch zur Kleinen Freiheit. Dem Lokal, wo wir am Donnerstagabend das Klassentreffen hatten. Das war mir so sympathisch, dass ich es Birgit zeigen wollte. Es gibt noch etwas Apéro. Wir geniessen die freie Zeit und das Zusammensein. Wir besprechen die letzten Wochen bis zum Jahresende. Ich schreibe alles in mein kleines Notizheft. Im Zug zurück nach Winterthur schauen wir uns ein Fotos aus dem Jahr in Texas an.

Zuhause warten schon die Kids. Es gibt Tex Mex, unser Lieblingsgericht aus Texas. Wir blödeln mit Nala. Es gibt wie immer viel zu erzählen und zu berichten.

Auf Twitter bin ich heute über einen Bericht gestolpert, welcher angeblich besagt, dass der Mensch mit 47 im Durchschnitt am wenigsten glücklich sei. Es sei ein grosses U. Grosses Glück und Zufriedenheit in der Kindheit und dann gehts bergab, mit 47 der absolute Tiefpunkt bevor es wieder hoch geht. Alte Leute und junge Kinder treffen sich dann wieder auf dem Zufriedenheitshoch. Wie auch immer, ob dies stimmt oder nicht. Wenn dem wirklich so sei, dann habe ich ein fantastisches Leben vor mir. Ich bin so zufrieden & glücklich im Hier und Jetzt, dass ich mein Glück manchmal gar nicht fassen kann.

Hier der Link zum Bericht

Is 47 the Most Miserable Age?
Economics of Everyday Life #7

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