Schreiben.

Schreiben.

Ich schreibe wieder. Nicht, dass ich je aufgehört hätte. Ich schreibe täglich, meistens am Morgen, bevor ich in den Tag starte. Ich schreibe auf Zetteli und in mein kleines, geliebtes Büchlein. Ich schreibe für mich, weil es gut tut, den Kopf zu leeren. Ich schreibe, um festzuhalten, was ist. Einmal habe ich hunderte von Tagen jeden Morgen einen Baum auf der Bäckeranlage fotografiert. Ich führe eine Chronik zu unserem gemeinsamen Haus in Doro. Ich schreibe nun immer mehr auf dem Computer. Weil ich dann den Text durch die KI jagen kann und Fragen über mich selbst stellen kann. Und so schreibe ich vor mich hin.

Mir fehlt aber etwas das Schreiben, welches andere auch lesen könnten. Ich habe dies ein ganzes Jahr gemacht, als wir mit der Familie in Texas wohnten und es darum ging, die Omas, Nonnas, Tanten, Zias und Freunde etwas näher daran teilhaben zu lassen. Ich habe mir damals vorgenommen, jeden Tag zu schreiben, komme, was wolle. Gut oder schlecht, lang oder kurz. Und daraus entwickelte sich etwas, was ich nun vermisse. Ich stöbere manchmal abends in alten Einträgen über diese Zeit, und vielleicht freuen sich später die Kinder einmal, wenn sie in 20 oder 40 Jahren – oder wann auch immer – mal Einträge über sich finden.

Und so schreibe ich ab heute wieder. Jeden Tag, ohne Unterbruch, ob gut oder schlecht, ob kurz oder lang.

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