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Heute war der Tag einfach viel hin und her: nicht gut, nicht schlecht, aber gut getaktet. Ich war nur ein paar Stunden im Büro. Mittags traf ich mich mit einem Freund, der sich selbstständig gemacht hat und sich auf KI fokussiert. Wir hatten mehr als genug Themen zum Diskutieren. Es war schön, in der Stadt bei der Hardbrücke unterwegs zu sein – viele Leute, viel Betrieb, viel Energie. Ich mag es, mit dem Zug zu pendeln: zuerst ins Büro, dann zur Hardbrücke und zurück nach Hause.
Daheim traf ich Lino. Er kam früh nach Hause, hatte Kopfschmerzen, nahm eine Tablette, trank etwas Wasser und legte sich hin zum Schlafen. Am Nachmittag war er wieder auf den Beinen. Er bereitet sich für Halloween vor. Er will als American Psycho gehen. Der trägt einen klassischen Anzug mit grosser roter Krawatte, ein Mikrofon und einen langen Mantel. Und eine grosse Axt.
Er will am Freitagabend mit mir weggehen. Deshalb bleibe ich in Winterthur und fahre nicht nach Ravensburg, damit ich Freitagabend beziehungsweise Samstagmorgen daheim bin, falls etwas ist. Ich habe aber volles Vertrauen in Lino, geht mehr darum, dass einfach jemand da ist.
Emma war heute etwas grunzig, weil sie um sieben Uhr am Abend mit ihren Freunden draussen sein wollte, das Znacht aber noch nicht fertig war. Sie musste sich damit abfinden. Mio war wieder beim Klettern, wie immer. Er geht gerne dorthin, muss aber nach wie vor von uns gebracht und abgeholt werden. Im Winter, wenn es früh dunkel wird, wollen wir nicht, dass er mit dem Velo fährt. Mit dem Bus könnte er zwar nach Hause kommen, aber die Fahrt dauert einfach zu lange. So bleibt der alte Rhythmus von Bringen und Abholen bestehen.
Beim Gassigehen trafen wir heute einen neuen Hund, eine Freundin für Nala. Ich habe den Namen vergessen; es war ein italienischer Wasserhund beziehungsweise Trüffelhund, vier Jahre alt, viel kleiner als Nala, aber unglaublich fit. Sie sprangen herum, und nach fünf Minuten brauchte Nala schon eine Pause. Mir gefällt der Gedanke, dass der Hund Trüffel suchen kann, auch wenn es hier nur schwarze Trüffel gibt – das ist cool. Nala ist zwar ein anderer Typ Hund, aber man kann ja im Grunde jeden Hund darauf trainieren. Vielleicht wäre das doch was!
Ich bin gerade so viel Neues am lernen. Das hat vorallem auch mit dem Wechsel zu tun. Frischer Wind.
Ich geniesse es auch, wieder Jacken zu tragen, weil man so viele Dinge mitnehmen kann, ganz ohne Tasche: Notizheft, Schreibzeug und die kleinen Kopfhörer. Auch etwas was mir gerade sehr gefällt.
Wie fast jeden Abend blicke zurück auf den Tag und wundere mich immer wieder: Wo ist die Zeit hin? Wie schnell sie vergeht. Ich bin dankbar, dass ich dies hier festzuhalten. Alles entflieht, aber ein paar Gedankenfetzten bleiben übrig. Ich schätze es sehr, dass ich meine Zeit einigermassen kontrollieren kann, auch tagsüber. Das ist der grosse Vorteil als Chef: Man arbeitet zwar unterm Strich mehr, kann sich den Tag aber selbst einteilen. Kommt es zu Engpässen, kann ich delegieren oder verschieben – das ist ein echtes Privileg.
Eigentlich wollten wir heute mit der Kommunikationskaskade beginnen, um dem Team mitzuteilen, dass ich die Firma verlasse. Das startet nun erst morgen: Mein direktes Team erfährt es zuerst, danach informieren wir die Teams meiner Führungsgruppe. Es alles fast schon militärisch durchgeplant. Am Freitag folgt dann das Update für die gesamte Firma.
Die Welt bleibt nicht ja stehen, wenn ich gehe. Wenn ein Gründer geht, gibt es zwar kurz etwas Aufruhr, mehr aus Neugier, aber ich bleibe dem Ganzen ja als Verwaltungsrat erhalten. Keine 10 Wochen mehr.