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Ade Jungkunst

Heute waren wir bei der Jungkunst. Es war die 20. Ausgabe und ein Event, worauf ganz Winterthur stolz war. Wir fanden das eigentlich auch mal extrem cool. Wir wohnen nun ja schon bald 18 Jahre in Winterthur und waren bei der zweiten oder dritten Jungkunst dabei, als sie noch im Zentrum der Stadt in einer alten Industriehalle stattfand. Es fühlte sich halt noch underground, etwas neu und innovativ an. Das Motto war „Junge Kunst für junge Leute“. Und man konnte die Kunst auch gleich direkt kaufen.

Etliche Kunstwerke haben wir so erstanden. Über die vielen Jahre, in denen wir hingingen, waren wir Sponsoren, konnten zwei Tage früher rein und man konnte dort essen – alles inklusive, wenn man den Sponsorenbeitrag zahlte. Wir haben die Kinder mitgenommen, weil wir das mit dem Beitrag wieder wettmachen konnten, da sie dort dann auch mitessen durften. Damals war vor allem alles "gemalt": Die meisten Ausstellungsgegenstände waren Gemälde, dazwischen nur einzelne Installationen.

Diese Halle gibt es leider nicht mehr. Sie wird oder wurde umgebaut, und die Jungkunst ist umgezogen nach Neuhegi. Das ist so ein Neubauquartier am Ende der Stadt. Das Quartier ist eigentlich ganz spannend: Es sind alles grosse, riesige Wohnblöcke, wie man sie aus Berlin kennt, aber es wirkt alles etwas steril. Wir waren zwar überrascht von den vielen Leuten. Es war überall Licht und es hatte viele Läden und Restaurants, die auch gut gefüllt waren. Auf jeden Fall gibt es dort den Eulachpark, und da steht eine alte Fabrikhalle, eine Scheune, und dort gastiert jetzt die Jungkunst.

Wir waren vor drei Jahren zum letzten Mal dort und schon extrem enttäuscht, irgendwie war es provinziell, und heute war es genauso. Sogar das Bier war flau. Immerhin konnte ich auf dem Pissoir auf einem Aushang lesen, dass ich mir Hilfe holen kann, falls mich irgendein Kunstwerk triggern oder belästigen würde. Das hätte ich eigentlich machen sollen. Es waren fast alles Installationen. Man musste sich mühsam einlesen. Allenfalls, wenn der Künstler da gewesen wäre, hätte man eine Einführung kriegen können, aber wir waren einfach nicht inspiriert. So sind wir nach 30 Minuten wieder zurückgefahren.

Ist das auch ein Zeichen, dass wir einfach alt sind und die jungen Künstler nicht mehr verstehen? Das kann sehr gut sein. Dafür war es schön, einfach mit Birgit alleine etwas unterwegs zu sein. Zu Hause waren sie auch überrascht, dass wir schon wieder zurück sind. Vor allem Mio dachte er könnte länger TV schauen.

Ich habe heute den ganzen Tag zu Hause gearbeitet. Am Morgen fing es so an, dass ich eine eher weniger ausgeprägte Lust auf die Arbeit hatte, und dann startete ich auch entsprechend schlecht hinein. Ich habe mir daher ein ganzes Morgenprogramm verordnet. Ich habe die letzten Tage wieder mit der Kettlebell angefangen. Ich ging in die Sauna, machte meine Atemübungen, trank noch einen Kaffee und stretchte mich. So begann meine eigentliche Arbeit erst um 10 Uhr. Dafür habe ich dann gut gearbeitet, und bald waren schon wieder die Kinder da.

Am Nachmittag war dann einfach normale Arbeit angesagt und die üblichen Sachen, die so im Haushalt anfallen: das Kochen, kurz beim Velomech vorbeigehen, das Velo bringen, das Velo holen, noch was Kleines im Coop für den Znacht einkaufen. So halt wie ein normaler Tag. Unsere Abendessen sind wie immer das Highlight des Tages. Es wird immer viel diskutiert. Und ja, Nala geht es auch besser.

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hans.muster@beispiel.com
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