Baden, Pizza, Dusche
So abseits der Zivilisation oder ohne zwei Tage Duschen und Licht wird das mit dem täglichen Schreiben auf dem Tablet doch etwas umständlicher. Die Morgen sind richtig lang. Ich bin als Erster draussen und laufe etwas mit Nala auf dem Berg herum. Sie hat sich entschieden, dass sie nun ihr Geschäft immer unter dem Haus der Sinnsuchenden, die jeden Morgen laut im Kreis hüpfen und schreien, verrichtet. Sie wird wohl ihre Gründe haben. Die Teenager sind nicht vor elf Uhr zu sehen. Und so hat man am Morgen für allerlei Zeit.
Wir gehen heute baden. Lino meinte, er hätte letztes Wochenende einen guten Platz gefunden. Es sind dann doch gute eineinhalb Stunden dorthin. Aber es hat sich gelohnt. Nala immer vorneweg, dann die Jüngsten gleich hinterher, die Ü40 Gruppe ganz hinten. Der Bergbach ist klar und kalt, er liegt auf einer Hochebene, die dramatisch von einem grossen Wasserfall umrahmt wird. Auf dem Rückweg treffen wir auf "Höhlenmenschen" mit Pferden, dann in Doro auf das Eintreffen der Geissen. Immer was los in Doro.
Wir feuern im grossen Dorfofen ein. Diesmal auch mit genügend Holz. Es entwickelt sich eine ungemeine Hitze. Nach zwei Stunden ist die Glut bereit für die Pizza, die man dann nur für ein paar Minuten reinschieben muss. In einer Pause mache ich den Fehler und gucke in die E-Mails hinein. So was sollte man echt nicht machen. Das hat mich gleich wieder in dieses und jenes hineingezogen, was dann auch sofort im Kopf hängen bleibt. Ich entscheide mich, es einfach sein zu lassen. Mit Handy und Co ist es schwierig geworden, richtig abschalten zu können. Es ist immer nur einen Klick weit weg.
Heute habe ich zum ersten Mal in Doro geduscht. Schon was Tolles. Man wandelt sich vom Steinzeitalpmensch innert Minuten wieder zum gewohnten Sittenmensch. Ein Königreich für eine Dusche! Heute gehen wir alle etwas früher ins Bett. Es war ein langer Tag.