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Krätz in Arbeit & Schule

Heute war ein etwas, fast schon kämpferischer Tag. Irgendwie kamen zwei, drei Sachen im Büro zusammen, wo ich das Gefühl hatte, ich müsste einschreiten. Das gibt es echt selten. Da gibt es einen schwelenden Streit zwischen zwei Kollegen, verschwendete Arbeit oder einfach auch schlechte Arbeit. Eigentlich habe ich es mir zur Regel gemacht, bei jeglichem Anzeichen von Emotion zuerst einmal innezuhalten. Das war mir heute auch bewusst. Aber es war ja auch keine emotionale Reaktion, sondern vielleicht eher, dass ich eine Grenze gezogen habe. Manchmal muss man auch sofort reagieren und kann nicht zuerst eine Nacht darüber schlafen.

Mit Mio sind wir gerade etwas beschäftigt. Seine Einstellung zur Schularbeit hat sich noch nicht merklich verändert. Und so gab es heute Morgen schon gleich etwas „Krätz“. Ich habe seinem Lehrer geschrieben, weil wir uns echt nicht sicher waren, ob der junge Herr uns einen Bären aufbindet (hat er nicht). Aber die erste Reaktion auf Schularbeit von Mio ist immer gleich sehr negativ, bis hin zu aggressiv. Er kann zuerst 15 Minuten ausrufen und sich wehren, obwohl ja eigentlich in der Zeit gleich alles gemacht wäre. Es geht auch immer nur ums Gamen. Das lag heute gar nicht drin. Und so gab es immer wieder etwas Tränen. Über Mittag, nach dem Sport. Er hat das Gefühl, wenn er dann was hinrotzt und 20 Minuten oder so absitzt, dass er wieder seine Gamezeit kriegt. Das geht nun nicht mehr. Meine neue Strategie heute war, dass er sich zuerst kurz auskotzen durfte und ich dazu nichts sagte. Er kam dann doch nach 10–15 Minuten still und leise an den Tisch. Er kann die Aufgaben alle. Aber anstatt z. B. den Rechenweg aufzuzeigen, schludert er was hin oder rechnet es gleich direkt im Kopf. Letzteres kann er sehr gut, aber mit dem Rechenweg kann er halt Fehler vermeiden oder entdecken. Muss alles geübt werden. Birgit ist da sehr vorbildlich und diszipliniert.

Heute Abend sind wir auch etwas am Vorbereiten von Birgits Geburtstag. Mio druckt was auf dem 3D-Drucker, die Grossen haben auch etwas vorbereitet und ich war in Griechenland dermassen begeistert, dass ich mich heute an einem griechischen Orangenkuchen versucht habe. Unmengen von Eiern, Orangen und Zucker. Ich bin gespannt, ob das was wird.

Sonst warten wir einfach auf das grosse Gewitter, welches sich immer nach hinten verschiebt. Ich habe das Gefühl, ich klebe gerade in meinem Bürosessel fest.

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hans.muster@beispiel.com
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