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Montags grüsst das Murmeltier

Ich weiss heute gar nicht, was ich schreiben soll. Es war einfach Montag. Irgendwie sind alle Montage gleich, und so würde ich wieder dasselbe notieren: "Am Morgen früh mit Nala raus. Voller Tatendrang nach dem Wochenende starte ich in meine Powerhours und erledige gefühlt achtzig Prozent der gesamten Wochenarbeit. Schnelles Zmittag, kurze Pause, dann wieder vor den Compi. Ui, schon kurz vor sechs. Kochen! Birgit kommt heim, und wir essen alle gemeinsam, mein Tageshighlight".

Mehr oder weniger so lief es auch ab.

Wobei es dann doch ein paar Abweichungen vom normalen Montagsbetrieb gab: Lino kränkelte etwas (das Phänomen Männerschnupfen hat bei ihm definitiv auch schon Einzug gehalten) und blieb zu Hause. Er klagte über Halsweh, was ihn allerdings keineswegs daran hinderte, den halben Tag lang den Bildschirm beim Gamen anzuschreien. Emma blieb der Schule heute wegen einer Bewerbung fern. Sie verbrachte fast den ganzen Tag bei der SBB in deren Immobilienabteilung für einen vollen Schnuppertag. Der Bereich bewirtschaftet das riesige Portfolio der Bundesbahnen, also sämtliche Bahnhöfe. Sie vermieten die Flächen, sorgen für einen stimmigen Mietermix, modernisieren die Gebäude und treiben z.B. das Solardachprogramm voran. Eigentlich eine extrem spannende Sache. Die Lehrlingsbeauftragte war sympathisch, Emma bedauerte, dass er nur eine Lehrstelle pro Jahrgang gibt (es hat also nur 3 Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung). Und der Lehrlingslohn von sechshundert Franken sei tief. Wobei sie kriegt ein Gratis GA und angeblich massive Rabatte auf Billette für die ganze Familie. Am Ende meinte die Lehrbeauftragte, sie könne sich Emma sehr gut als Lehrtochter vorstellen. Es liege nun ganz an ihr, ob sie den Prozess weiterführen möchte. Das ist auf jeden Fall schon mal ein starkes Zwischenergebnis.

Für Mio suchen wir derweil nach einem geeigneten Platz für den Zukunftstag Anfang November. Irgendeine Baustelle ist schliesslich immer offen. Aktuell üben wir intensiv Diktate mit ihm. Im Grunde klappt es super, bloss unterlaufen ihm ab und zu blöde Flüchtigkeitsfehler: Nach dem Punkt schreibt man gross. In der Eile geht das aber immer wieder vergessen.

Bei Nala wird langsam das Futter knapp. Da trifft es sich gut, dass wir am Wochenende wieder nach Ravensburg fahren. Bis dahin gibt es eben etwas mehr Dosenfleisch mit Reis untergemischt, was sie überhaupt nicht stört. Das Gassigehen wird langsam wieder aufwendiger, weil die Wiesen und Wege nasser werden. Nach der Runde steht Pfotenputzen an, was ihr gut gefällt.

Zum Znacht koche ich endlich wieder einmal einen Risotto mit Radicchio. Auf Birgits Rat hin gebe ich etwas Burrata dazu, was wunderbar passt. Danach nochmals kurz Hausaufgabenkontrolle mit den Kindern, und schon neigt sich der Tag wieder dem Ende zu. Wenn ich diese angeblich immergleichen Montage nicht hätte, ich würde sie schmerzlich vermissen. Es ist einfach das volle Leben mit all den kleinen und grossen Reibereien, Hürden und Momenten unseres Familienalltags. Am Abend dämmert uns noch, dass die Lehrerschaft sich am Donnerstag schon wieder den ganzen Tag weiterbildet. Natürlich hatten wir das in der Wochenplanung komplett übersehen. Ein grosses Glück, dass wir uns auf das Nonni Backup verlassen können.

Ausserdem habe ich mit einem grossen Aufsatz begonnen. Seit Jahren exzerpiere ich fleissig Gedanken und Notizen aus all meinen Büchern. Als mir die KI nun zurückmeldete, sie erkenne darin einen roten Faden und eine Struktur, hat mich das erst recht angestachelt. Ich freue mich riesig auf die Ferien. Mehr Schreibzeit.

Heute Abend schauen wir seit Langem wieder einmal einen Tatort. Birgit und ich schauen ihn mittlerweile pragmatisch als Miniserie in zwei bis drei Etappen. Neunzig Minuten am Stück schaffen wir gerade nicht. Meistens schlafen wir um zehn Uhr schon tief und fest.

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