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Nachbesprechung, Camus

Nachbesprechung, Camus

Die Hochzeit war sehr schön. Ich bin in Gedanken immer noch etwas bei einem der besten Risotti, die ich je gegessen habe. Mit getrockneten Tomaten und irgendeiner mystischen Zutat, die mir fast schon etwas den Verstand vernebelt hat. Vielleicht war es auch der Prosecco. Und sie haben das Risotto ja auch gleich für 100 Personen gekocht. Meisterhaft.

Emma meinte, die Hochzeit sei sehr instagrammable gewesen. Das war sie wohl in der Tat. Die Inszenierung war durchgehend perfekt, und es gab glaub ich fünf Fotografen. Die Anlage war wunderschön, ein feudales Anwesen auf dem Land ausserhalb von Maglie. Wir trafen wieder die Bekannten und Verwandten von gestern. Und neben dem Essen tanzten wir wieder einmal. Dazu komme ich ja nun wirklich nicht mehr oft, und das ist wohl sogar massiv untertrieben. Sogar Emma und Giulia trauten sich auf die Tanzfläche. Lustig und schweissreibend war es.

Irgendwann waren wir dann aber froh, dass der Bus uns zurück in die Stadt brachte. Wir waren alle müde von den zwei Tagen. Am Morgen hiess es dann: "Ciao Maglie". Für kurz trennten sich unsere Wege, als sich alle auf den Weg eine Stunde in den Norden machten. Meine Eltern holten Nora ab, die wir schon die letzten Tage immer wieder im Restaurant und Hotel vermisst hatten. Nico und Claudia gingen mit den Mädchen zum Essen in die Barockstadt Lecce, und Birgit und ich machten mit den drei Gamern auf der Hinterbank einen kleinen Umweg über ein Weingut, das wir auf unseren Reisen in den Salento zu schätzen gelernt hatten. Das Versenden des Weins nach Deutschland oder in die Schweiz erwies sich dann aber als etwas umständlich und teuer, sodass wir nur etwas für den gegenwärtigen Ferienkonsum kauften. Aber es war trotzdem schön, dort hinzugehen. Uns gefällt nicht nur ihr Wein, sondern auch ihr Stil. Schola Scarmenti heisst die Bude und liegt in der Nähe von Nardo.

Angekommen in der weitläufigen Masseria unweit von Fasano, richteten wir uns ein. Heute war es richtig heiss, die Hitze drückte. Aber die Zimmer waren wunderbar gekühlt. Wir waren die einzigen in der Masseria, es hat zu dieser Zeit anscheinend oft weniger Gäste. Wegen der unsäglichen Hitze. 40 Grad sind hier keine Seltenheit. Da kann man tagsüber nicht mehr viel machen. Nach dem Einrichten und dem obligaten, wenn auch verspäteten Mittagsschlaf trafen wir uns am Pool, der schon von den Jungs in Beschlag genommen wurde. Beim Apero fand dann die ausgiebige Nachbesprechung der Hochzeit statt, die doch recht systematisch und minuziös alles durchbesprach. Umgangssprachlich auch Klatsch und Tratsch genannt.

Ich habe mein erstes Ferienbuch fertig. Das Tolle daran ist, dass man sich gleich wieder in neuen Lesestoff stürzen kann. Die letzten drei Tage war ich ja in einer Krimiparallelwelt rund um die Nordstream Sprengung. Nun zieht es mich gerade wieder zu Camus, meinem Lieblingsschriftsteller seit ich im Gymi über den Mythos von Sisyphos gestolpert bin. Die kleine Schrift hat mich damals tief berührt, als ich zum ersten Mal über die Schlussfolgerung gestolpert bin, dass man sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen muss. Glück liegt im Handeln selbst, nicht im Ergebnis. Ich überlege mir, seine Tagebücher zu lesen. Ich hätte gerne eine Erstausgabe eines seiner wichtigen Bücher, La Peste, L’Étranger oder eben der Mythos des Sisyphos. Nur falls ein Leser dieser Zeilen so ganz zufällig darüber stolpern sollte... :)

Auch komme ich nicht los von Kimi 3 AI, diesem Super KI Ding aus China. Anscheinend stark distilliert von Claude, aber es tobt sowieso gerade ein grosser Streit zwischen den Modellen. Offene Modelle, so wie sie auch gerade von China entwickelt werden, sind natürlich von Vorteil für alle, die keine grossen AI Champions wie Anthropic und OpenAI haben. Und dass sich die beiden Firmen nun darüber aufregen, dass Kimi sich mittels ihrer Modelle trainiert, nachdem sie wirklich das gesamte Internet gescannt und verwertet haben, ist auch eher etwas scheinheilig. Natürlich traue ich den Chinesen noch viel weniger als den Amerikanern, aber ich habe keine Skrupel, für die wenig datensensiblen Arbeiten deren günstige Modelle zu verwenden. Wir sollten da wohl flexibel bleiben. Das gilt meiner Meinung nach auch für deren andere Hochtechnologie. Aber das ist nun wirklich ein anderes Thema.

Ich bin total relaxt (und überfressen) und habe vor allem Lust, an einem Businessplan zu arbeiten. Wobei ich die letzten Tage fast in jeder freien Minute genau dieses Kimi benutzt habe, um meine Ideen zu entwickeln, einfach eine wunderbare kreative Tätigkeit.

Aber zuerst gibt es nun wieder ein grosses Familienessen und wohl nochmals etwas Nachbesprechung, Teil 2, der beiden vergangenen Hochzeitstage.

Und dann doch noch ein Foto von der Hochzeit. Die Pedretti Girls

Sowie die jüngsten Pedretti Boys samt dem jüngsten Nicolodi Spross

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