Noch 11 Arbeitswochen
Meine S12 hat heute irgendein technisches Problem, daher macht sie keine Zwischenhalte. Einfach direkt Schlieren – Winterthur mit Halt in Zürich HB. Das würde mir auch sonst gefallen. Fast schon Intercity Zug Feeling. Nur musste die Zugführerin dafür die ganze Zeit durch die Sprechanlage quäken, dass der Zug ein Problem hat.
Ich bin guter Stimmung. Da ich ein festes Ende meiner Arbeitszeit bei Pexapark vor mir habe, arbeite ich gerade sehr geordnet darauf hin. Es gibt noch drei wesentliche Arbeiten, die ich einfach sauber erledigen will. Es zahlt sich nun auch aus, dass ich einfach immer positiv blieb und alles gut vorbereitete. Die Partner und Verwaltungsräte sehen dies. Ab nächster Woche wirds dann auch für mehr Leute offiziell, ab Oktober ist es dann für alle draussen. Mal sehen, wie das wird. Ich habe heute mal die verbleibenden Arbeitswochen gezählt: elf. Dazwischen zwei Wochen Herbstferien (damit wärens 13 Wochen insgesamt). Das geht rasend schnell, daher braucht es auch einen Plan.
Es stehen auch noch drei Reisen an. Nochmals nach London, nach New York und, irgendwie symbolisch in die erste Stadt, wo alles begann: nach Warschau. Ich bearbeite Birgit gerade, dass sie mit nach New York kommt. Auch wenn es etwas crazy ist, für nur drei Nächte dahinzugehen. Aber toll wäre es! Am 17. Dezember ist Weihnachtsfest und dann ist fertig für mich. Bin gespannt, ob ich dann doch noch emotional werde am Schluss. Immerhin bin ich gedanklich schon etwas weg und mit meinen neuen Sachen beschäftigt.
Heute war ich schon wieder beim Barbier. Seit ich nun so kurze Haare habe, muss ich nun ironischerweise öfter zum Schneiden. Sobalds zu lang wird, passt es mir nicht mehr. Aber die Jungs dort sind nett, ich gehe da ja auch schon mehr als neun Jahre hin.
Ein alter Arbeitskollege aus Axpo Zeiten besuchte mich heute in Schlieren zum Mittagessen. Er ist gezeichnet von einer Leukämieerkrankung, welche er vor ein paar Jahren überlebt hatte. Er findet keine Arbeit und hatte unglaublich viel zu erzählen, er kam gar nicht zum Essen. Aber so war er auch schon früher. Er ist wirklich ein spezieller Mensch, gutherzig, ein toller Vater von zwei Töchtern, aber die Leute haben Mühe, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er kann nicht kommunizieren, verliert sich nach dem zweiten Satz und redet und redet immer weiter, unaufhörlich. Man kann es im dann auch sagen, oder sogar zurechtweisen, er kann nicht aufhören. Wie gesagt, etwas speziell. Ich habe ihm sicher schon bei drei oder vier Stellen geholfen, aber er schlägt sich in den Interviews dann halt einfach sehr schlecht. Ich selber habe ihn zweimal entlassen müssen. Einmal bei Axpo und dann bei Pexapark! Trotzdem sind wir befreundet geblieben. Auch wenn er nun keine Arbeit findet, bläst er kein Trübsal. Er hat überlebt, er hat seine Töchter. Seine Frau hat einen guten Job und sie haben über die Jahre mit dem ersparten Geld Wohnungen in Prag gekauft (sie sind Tschechen) und leben davon gut. Ihm ist einfach langweilig. Er ist mir dann nach dem Essen noch weiter gefolgt, so viel hatte er zu erzählen. Wir verabschieden uns. In einem Jahr treffen wir uns wohl wieder zum Mittagessen.