Nochmals München.
Nach drei Nächten und vier Tagen in München kann ich definitiv sagen, dass die Stadt ein paar wirklich tolle Seiten hat. Zuerst einmal einfach das Wasser: Es ist einfach unglaublich, wenn man in einer Stadt einen schönen, sauberen, frischen Fluss hat. Dann der Englische Garten – riesig, üppig, fast schon etwas majestätisch. Heute war ich nochmals dort laufen und sogleich auch nochmals schwimmen in irgendeinem Bach, welcher durch den Park fliesst. Es waren viele Leute unterwegs in der Früh, wohl um noch etwas von der Morgenfrische aufzuschnappen. Die Tageshitze hatte sich aber schon angekündigt. Deswegen waren Birgit und ich ja konsequent nur mit dem Elektroroller unterwegs. Das habe ich dann auch gleich weitergezogen und bin eigentlich nie mehr als 50–100 m gelaufen. Das hat mir sicher auch heute einen Liter Schweiss gespart. Und mit den Zeitabos ist das elektrorollern auch gar nicht so teuer bzw. sogar günstiger als öffentliche Verkehr.

Bis um 12 Uhr habe ich im Hotel gearbeitet, dann ging unser Kundenanlass los. Zuerst hatten wir einen kleinen runden Tisch mit ausgewählten Kunden, um diskret ein paar neue Produktideen aus unserem „Labor“ zu besprechen. Das Team hat das super organisiert. Wir sagen dann, dass das vertraulich ist, dass man keine Screenshots machen darf und dass auch alle Gespräche vertraulich zu behandeln sind. Wir haben dann einen neuen Softwareprototypen vorgestellt, um unsere Ideen challengen zu lassen (das ist nun wieder so ein neudeutsches Wort; proper wäre wohl: Wir bitten unsere Kunden, unsere Ideen kritisch zu prüfen und zu hinterfragen). Das ist wieder sehr gut angekommen und es gab eine rege Diskussion darüber.
Dann sind wir übergegangen zum Hauptanlass in einem prunkvollen Saal am Viktualienmarkt, ganz zentral in München. Wir hatten 80 Gäste, welche aus ganz Deutschland und Europa eingeflogen sind. Bei den Anreisenden aus Deutschland ist immer ein grosses Thema, welches Unglück oder nicht ihnen mit der Bahnfahrt widerfahren ist. Und es ist leider so, dass über die Hälfte massive Probleme hat mit Verspätungen von weit mehr als einer Stunde. Die Kollegen, welche gestern Abend aus Zürich angefahren sind, hatten mehr als 7 Stunden, weil sie irgendwo eine Stunde vor München aussteigen mussten, um dann mittels eines nicht klimatisierten Regionalzugs stehend 4 Stunden weitertuckern zu können. Es gehört in Deutschland ja schon fast zum guten Ton, etwas über die Bahn abzulästern. Auf jeden Fall hat das Team sehr gut moderiert und präsentiert. Natürlich haben wir auch Bier serviert, wir sind ja schliesslich in München. Und von draussen hat die Hitze reingedrückt, trotz der Klimaanlagen. Ich kann mir bei 35 Grad draussen einfach nicht vorstellen, tagsüber ein Bier zu trinken. Ich müsste dann innert Kürze nach dem Biergenuss schlafen gehen.
Im Nu war es dann auch schon nach 6 Uhr und ich musste mich auf den Zug beeilen. Immerhin war der heute nicht zu spät, nicht überfüllt und klimatisiert. Ich habe eine Aktion der Bahn genutzt und mir eine 50%-Bahncard gekauft und fahre heute für schon fast einen Spottpreis 1. Klasse (unter 40 Euro von München nach Winterthur). Ich habe einen Tisch und kann wunderbar arbeiten (und auch diesen Beitrag schreiben). Zugfahren ist halt doch toll…

Nun freue ich mich wieder auf die Burgstrasse und die Familie.