5-6 Minuten
Heute Morgen habe ich Mio mit einem Elektroroller zum Hüttenbaucamp gebracht. Einen dieser Voi Roller, die man mieten kann. Eigentlich hätte ich ja Emmas Roller nehmen können, aber den hätte sie sicher nicht hergegeben. Sie bewegt sich nun nur noch damit fort. Auf jeden Fall hatten Mio und ich eine wunderschöne kleine gemeinsame Rollerfahrt. Er war in Plauderlaune, und wie! Es ist nur so aus ihm herausgesprudelt. Es ging um das Bergwerk, das sie heute anschauen gehen, was wohl der Unterschied zwischen einem Bergwerk und einem Steinbruch ist, ob wir am Freitag schon nach Doro gehen und so weiter.
Am liebsten wäre ich gleich noch ein bisschen weitergefahren. Und immer weiter. Er hat so schön erzählt. Ich glaube, er hätte noch eine Stunde weitererzählt. Ich musste gar nichts sagen, ausser kurze Bestätigungen abzugeben wie „oh“, „ah ja“ oder „cool“. Aber dann war schon das Camp da und er ist gleich losgezogen. Zack, ein kurzer Wink und nicht mehr zurückgeschaut. Wunderbare fünf bis sechs Minuten mit Mio. Mein Highlight des Tages. Ich denke den ganzen Tag daran.
Und es muss wieder ein tolles Camp sein, die Kinder sind alle total im Element. Heute war ihr grosser Ausflug: ein Tierpark und eben das Bergwerk. Er hat sogar Kohle von dort mitgenommen.
Am Abend hole ich ihn wieder vom Camp ab. Ich habe extra wieder einen Roller gemietet. Und auch die Rückfahrt war schön, wenn auch nicht ganz so magisch wie die von mir bereits etwas verklärte Morgenfahrt, aber einfach schön. Er hat erzählt, was sie alles gemacht haben, und ein paar Sachen scheinen ihn wirklich beeindruckt zu haben. Auch hat er sich mit einem Kugi tätowiert. Und im Car haben sie alle gemeinsam gesungen. Hört sich nach einem richtigen Ausflug an.
Viel mehr habe ich eigentlich gar nicht zu berichten. Ich fahre wie immer gerne Zug, finde die NZZ gerade ergiebig und interessant und habe innert drei Tagen ein Buch über den Krieg in der Ukraine verschlungen. Heute kam meine neue Sportuhr an (die Dinger halten nicht länger als drei Jahre, eigentlich fürchterlich). Ich habe etwas gearbeitet und war im Krafttraining. Aber was von heute bleiben wird, sind die fünf bis sechs Minuten der gemeinsamen Rollerfahrt mit Mio.