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Ferien, Doro, Generationen.

Ferien, Doro, Generationen.

Heute war nun endlich der letzte Arbeitstag. Es galt nur noch, etwas abzuwarten, bis es endlich 13:21 Uhr war: die gespeicherte Abfahrtszeit in meiner SBB App. Um zehn Uhr traf Raphael ein, Mios Freund. In den Pausen ging es ans Packen. Die Jungs packen auch. Wobei eigentlich das Packen und Mittragen eh nicht viel bringt. Sie tragen es nach einer Woche wieder runter. Das letzte Mal hat Mio nicht eine Unterhose, nicht ein T-Shirt und nicht eine Hose gewechselt. Er hat es überlebt und auch nichts bemerkt. Birgit hat dann trotzdem alles wieder gewaschen.

Und so ist endlich Ferienbeginn. Birgit bringt uns alle zum Bahnhof: meine beiden Jungs, Raphael und Nala. Birgit und Emma bleiben zurück und gehen in die Stadt. Sie kommen am Sonntag nach.

Nala ist unglaublich nervös. Zum ersten Mal Bahnhof und zum ersten Mal Zugfahren. So viele Menschen, so viel Lärm, so viele Gerüche. Der Zug ist voll, und wir müssen sie etwas zwischen die Beine und unter die Sitze klemmen. In der Innerschweiz – also in diesen Käffern wie Brunnen, Arth Goldau und Schwyz – leert sich dann endlich der Zug und alles entspannt sich. Bei mir macht sich die normale Endewochemüdigkeit breit. Ich schlafe ein, verpasse s'Chileli vo Wasse und wache erst im Gotthardtunnel kurz vor Airolo auf. Dabei mag ich diese Zugstrecke. Der Treno Gottardo ist grossartig. Direkt von Züri nach Lavorgo. Die S11 von Winterthur nach Schlieren und der TGV nach Paris: Das sind meine drei Lieblingszüge.

In Lavorgo wartet der kleine gelbe Postbus nach Chironico. Ohne diesen Bus wäre die ganze lange Reise nicht möglich. Hängt alles zusammen. 33 Stutz für mich, 25 Stutz für Nala, 15 Stutz für ein Kind und Lino zahlt auch schon voll. Läppert sich, aber wie grossartig dieser öV doch ist.

Wir laden die Rucksäcke aufs Dorobähnli. Die Jungs gehen mit Nala zum Fluss. Der Ticinetto führt kaum Wasser, aber es genügt allemal zum Baden. Nach 20 Minuten ist die Bahn oben und wir können endlich loslaufen. Gestern hatten wir noch eine grosse Diskussion zu Hause, ob Nala in die Bahn muss oder ob sie doch hochlaufen kann. Lino wird da gleich etwas emotional, wenn es um seine Nala geht. Sie ist total überdreht und rennt auf und ab. Die Jungs ziehen ab wie eine Rakete und ich halte mich ran. Es sind doch weit über 700 Höhenmeter. Ich wiege mich in Erinnerungen an einen Dokumentarfilm über Wölfe, wo ich aufgeschnappt habe, dass das stärkste Tier weit hinten läuft und ich nicht vorne mithalten muss. Auf dem Weg diskutieren wir ein bisschen. Im Jahr 2044 feiern wir 400 Jahre Doro. Ich bin dann pensioniert, Lino 35 Jahre alt, und vielleicht rennt dann auch schon wieder die nächste Generation rum. Ich will einfach das Haus weitergeben. Und ich bin glücklich, dass dies wohl auf gutem Weg ist.

Wir kommen an. Nonni und Nora warten schon. Das Essen ist parat. Es gibt riesige Fiorentina Steaks. Doro ist wunderbar.

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