Home Office & Planen
Montag ist Homeoffice-Tag. Es passiert nichts Besonderes. Ich erledige meine Arbeit, gehe zweimal mit Nala spazieren. Am Nachmittag darf sie jeweils baden. Das liebt sie. Heute waren wir am Töss-Eulach-Eck. Es gibt, glaube ich, keinen Namen für den Ort, aber das ist dort, wo die beiden lausigen Stadtflüsse von Winterthur zusammenfliessen. Die Eulach ist ja fast komplett eingemauert und die Töss sowieso ein komisches Gewässer, wo der grösste Teil des Wassers unterirdisch fliesst. Oberirdisch ist sie im Sommer oft nur ein paar Zentimeter tief. Man kann es kaum Fluss nennen, im besten Fall ein Rinnsal. Und so ist diese Ecke einer der wenigen Plätze, wo es ein bisschen Tiefe hat. Nun taucht sie auch richtig und bringt Steine zurück ans Ufer. Die Leute bleiben stehen und schauen ihr zu. Ich mache immer wieder mal ein Föteli. Unser Familienchat besteht eigentlich nur noch aus Nala-Fotos...
Am Mittag gibt es Hamburger für Emma und Mio. Ich habe sogar Premium-Burgerfleisch von ganz tollen Bio-Weiderindern, aber das kommt nicht gut an bei meinen verwöhnten Geniessern. Und dann auch noch keine Pommes. Ich bin scheinbar der Einzige, welcher zufrieden ist. Dann zotteln beide auch gleich wieder los. Es ist doch ein bisschen schwierig, sie über Mittag in ein Gespräch zu verwickeln.
Ich plane heute vor allem den Rest des Geschäftsjahres. Irgendwie häuft sich doch immer viel an, alleine schon wegen dieser „formellen“ Meetings. Wir haben die Verwaltungsratstreffen, dann wiederkehrende Planungstreffen, und wenn man 80–100 Mitarbeiter hat, gibt es auch immer wieder viel Feedback und dergleichen. Im dritten Quartal sind zwei wichtige Mitarbeiter von mir im Vater- bzw. Mutterschaftsurlaub, was bei mir ein bisschen den Alltag auf den Kopf stellt. Ich möchte unbedingt ein Unternehmen sein, welches das relativ stressfrei ermöglicht, aber die Teams sind dann halt relativ klein und wenn jemand fehlt, merkt man das. Wir sind sehr flexibel und erlauben viel, z. B. was das Arbeiten von zu Hause betrifft, aber auch das kann anstrengend sein. Nur schon mal alle zusammenzubringen. Ich glaube, wenn ich nochmals eine Firma gründe, müssen einfach alle drei oder vier Tage im Büro sein. Entweder alle zu Hause oder alle im Büro. Vor allem für die jungen Leute – es gibt nichts Wichtigeres, als unter Leuten zu sein. Wie kann man sonst r i c h t i g lernen? Da nun auch unser USA-Chef weg ist, muss ich für zwei Monate meine Nachmittage für US-Arbeiten freihalten. Das ist ein bisschen uncool für mich, aber geht leider nicht anders. Das Jahr in den USA war ein Jahr zu wenig, aus geschäftlicher Sicht. Es braucht einfach länger, bis wir etabliert sind, vor allem weil das Team dort noch so klein ist.
Ich meine es heute etwas sehr gut mit dem Risotto. Ich mache gleich ein Kilogramm. Diese Woche ist klar, was es zum Mittagessen gibt.