Kopf nie leer. Genug Wein.
Endlich wieder Zeit, um den Kopf zu leeren. Es gibt zwei Gründe, warum ich schreibe. Für die Nachwelt (irgendwann werden die Kinder vielleicht interessiert sein, was ich über sie geschrieben habe und was mir so aufgefallen ist) und eben um den Kopf zu leeren.
Heute ist der Punkt angekommen, wo mein Tracker doch wieder Recht bekommen hat. Ich habe mehr aus Spass zusammengerechnet, was ich hier so esse und trinke. Es sind weit mehr als 3000 Kalorien pro Tag. Und irgendwann ist auch genug mit Apero und Rotwein. Also bewege ich mich wieder Richtung meines Normalalltags. Heute ist auch schon Freitag, und am Montag geht es zurück.
Wir waren heute in Grottaglie. Das ist ein Städtchen, das berühmt ist für seine Keramikproduktion. Da waren wir schon vor ein paar Jahren und haben uns ein Tellerset brennen lassen, das dann nach ein paar Monaten zugestellt wurde. Eigentlich brauchten wir nichts Neues, aber es wurden dann doch zwei grosse Schüsseln. Ich habe das Gefühl, unser Haus platzt bald aus allen Nähten. Den Nachmittag verbrachten wir am Pool.
Ich füttere weiterhin Kimi mit Ideen. Nun habe ich die KI mal den ganzen Wust an Ideen in ein Dokument zusammentragen lassen. Jetzt habe ich Lust, das zu überarbeiten. Aber das ist dann etwas für den Flieger. Ich plane gerade weit voraus. Bis Ende Jahr, das erste Quartal und dann bis Ende 2027. Es geht gerade alles nur noch um die neue Firma. Irgendwann ist mir dann eingefallen, dass ich die Zwischenzeit für eine lange Wanderung nutzen sollte. Das ist dann halt Januar und nicht unbedingt optimale Wanderzeit. Aber in Süditalien ist es 10 bis 15 Grad, und es gibt wunderschöne Pilgerwege. Sicherlich wird es dann auch menschenleer sein, alles geschlossen. Aber das wäre mir dann eigentlich gerade recht. Nun kann ich gerade nur über dieses Projekt nachdenken. Der Kopf hört auch nie richtig auf. Wenn man einfach da sitzt und versucht, nichts zu tun und einfach zu sein, wird es nach ein paar Minuten oft lustig. Einfach, um zu sehen, welche Gedanken im Kopf so aus dem Nichts kommen und gehen. Was für Filme ablaufen. Was so rumspuckt. Ich habe gelesen, dass das Funken, Zischen und Flimmern der Gedanken im Kopf merklich abnehmen soll, wenn man dies für eine gewisse Zeit regelmässig macht.
In der spanischen Enklave Ceuta drängen 50'000 Menschen über die Schengengrenze, in Ägypten werden zwei Gastanker mit Drohnen angegriffen, die Techaktien schwanken an einem Tag um 10 bis 15 %, die Ukrainer versenken iranische Frachtschiffe im Kaspischen Meer. Es läuft doch recht viel Aussergewöhnliches für ein Sommerloch.
Ich freue mich wieder auf die Arbeit, das frühe Aufstehen, das Gassigehen mit Nala, die Fahrt mit der S Bahn, die Morgenzeitung in Papierform, das Krafttraining und, so lange es noch geht, die langen Tage zu geniessen. Bald bald werden sie wieder kürzer.
