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Ruhe & Zuversicht

Wir hatten einen so guten Lauf mit Emmas Bewerbungen. Sie hat auch eine so tolle Bewerbung zusammengestellt, einfach gut gemacht: die Vorbereitungen, mein Eindruck von ihr, wie viel sie dabei gelernt hat. Sie bringt auch was mit, und wie. Leider klappt es nun nicht mit den eigentlichen Gesprächen. Es geht zwar immer in die letzte Runde, aber dann kommt jemand anderes zum Zug. Kriegt man nicht gleich einen Anruf am Folgetag, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Absage handelt. Und so folgte nun Absage auf Absage, auch dort, wo alles perfekt schien und sie sich so sehr auf eine Zusage gefreut hatte. Was macht das mit einem 14-jährigen Mädchen? Es geht uns Eltern schon an die Nieren; wie geht es erst ihr?

So viele Lehrstellen gehen unter der Hand weg, und das ist genau das bittere Gefühl, das bei ihr hängen bleibt: Wenn es am Ende nur mit Hilfe von Beziehungen oder Verwandten geht, was zählt dann der ganze eigene Aufwand? Ich akzeptiere zwar, dass die Welt halt oft so läuft, aber ich kann es nicht ausstehen; es ist mir zutiefst zuwider. Wie schütze ich meine Tochter davor? Das geht nicht, wir können das nur mit Ihr durchgehen.

Sie hat noch zwei bis drei Bewerbungen offen, aber danach würden wir die Übung wohl abblasen. Sie verpasst mittlerweile so viele Schultage wegen all den Matching Day, Assessment Tage und Bewerbungsgesprächen , und es ist nicht gut, so lange mehrgleisig zu fahren. Dann soll es jetzt eben nicht sein. Es gibt so viele andere Wege, sie ist noch so jung. Vor allem braucht sie jetzt Ruhe und Klarheit für genau eine Sache – nicht Lehre, Gymi und Schule alles gleichzeitig. Schritt für Schritt. Dem Kind einfach Zuversicht, Klarheit und Ruhe geben.

Es war im Nachhinein auch weiterhin richtig, dass sie dem einen Lehrstellenangebot abgesagt hat: Sie hatte dort ein schlechtes Gefühl, die Leute wirkten unfreundlich. Ganz egal, wie renommiert der Name der Firma klingen mag. Das schlichte Bauchgefühl und das, was das Herz einem sagt, sind mindestens genauso wichtig. Und so hat sie in diesen Wochen nicht nur enorm viel gelernt, sondern geht hoffentlich auch charakterlich gestärkt aus dieser ganzen Erfahrung hervor.

Und damit ist wieder Freitag. Eine lange Woche ging zu Ende. Alle sind zu Hause. Emma geht noch mit ihren Freundinnen weg, Lino spielt am Freitag immer Tennis, Mio will einen Film schauen. Er schläft am Wochenende bei seiner Zia. Birgit und ich wollen morgen wie immer unser Samstagsprogramm abspulen. Aufräumen, Einkaufen und das jeweilige Extra. Das Extra ist diesmal die Herbstferien vorzubereiten. Wir haben das Hotel schon gebucht in Kalabrien. Wir fahren mit 2 mal übernachten in den Süden. Einmal in Viareggion und einmal südlich von Neapel. Da fehlt uns noch eine Bliebe.

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hans.muster@beispiel.com
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