Starbucks in der Bankfiliale und Sushi in Meersburg
Emma bleibt heute Morgen der Schule fern. Sie hat um zehn Uhr ein Vorstellungsgespräch bei der Migros Bank. Birgit muss zur Arbeit, sie hat heute Abgabe und Kundentermin. Lino und Mio sind in der Schule. Und so haben wir etwas Zeit alleine. Ich rufe sie zu mir und wir sitzen am Tisch.
Sie erzählt mir zuerst von ihrem Matching Day bei der ZKB, der gestern stattfand und den ich wegen des Büros und des Sommerfests verpasst hatte. Sie war gut vorbereitet, und das Programm mit über zwanzig Bewerbern dauerte gut drei Stunden. Sie ist dafür nach Zürich gefahren. Auf jeden Fall hatte sie ein paar lustige Antworten parat; sie meinte, sie hätte eigentlich keinen Plan gehabt: Was sie tun würde als CEO der ZKB? „Mehr kleine Vereine sponsern.“ Was sie als Filialchefin machen würde? „Einen Starbucks einbauen.“ Sie fand es total lustig, und ich kann mir genau vorstellen, wie sie das vorgetragen hat. Sie kann sich einfach gut verkaufen. Auf jeden Fall meinten die Banker, dass sie sich in den nächsten ein bis zwei Wochen wieder melden würden.
Der Anruf kam dann aber schon am selben Abend: Sie könne gleich am Montag zum Bewerbungsgespräch kommen! Es läuft ihr gerade super. Sie hat sich danach noch für das Interview bei der Migros Bank vorbereitet, und das lief glaube ich auch ganz gut. Es waren einfach schöne fünfzehn bis zwanzig Minuten mit ihr allein am Tisch. Was für eine coole junge Tochter wir da haben, sie ist einfach gut drauf.
Wir diskutierten seit Mittwoch, dass wir wieder einmal alle nach Ravensburg fahren wollten. Das ist gar nicht mehr so einfach mit der gesamten Familie: Emma will mit ihren Freundinnen am Abend weg, Lino liebt die Wärme und Geborgenheit seines Zimmers – die warme Abluft seines Computers hält ihn dort, egal was komme. Immerhin Mio ist sofort dabei. Der Kompromiss war, dass wir mit Mio und Nala vorfahren und die beiden am Samstag nachkommen. Emma auf jeden Fall, Lino noch etwas in der Schwebe. Wir werden es morgen sehen.
Endlich mal wieder Fähre: Fähre ist immer ein Stück Ferien. Nala war ganz aufgeregt. Wir halten in Meersburg. Birgit hat dort einen Sushiladen gefunden – wobei es eher eine Sushibude ist. Ein kleiner, älterer Japaner, der weder Deutsch noch richtig Englisch konnte und den ganzen Laden alleine schmeisst. Sehr sympathisch. Er hat sogar Nala etwas Sushi vorgesetzt. Das Essen war auch entsprechend gut, von ihm direkt zubereitet. Das hat uns alles sehr gefallen.
Und dann sind wir endlich in Ravensburg. Nala ist auch gleich aufgeregt: Ihre Gummiente hat schon auf sie gewartet.what