Zurück aus Ravensburg
Wir waren endlich mal wieder zu fünft in Ravensburg. Ich war glaube ich zum ersten Mal seit unserer Rückkehr aus Texas wieder dort! Wir sind mit Birgit, Mio und Nala am Freitagnachmittag nach der Arbeit vorgefahren; die Teenager kamen am Samstag für das Familienessen nach. Lisa und Familie kamen auch gerade aus ihren Ferien zurück, und so hat sich alles wunderbar spontan ergeben.
Den Samstagmorgen verbrachten Birgit und ich auf dem Wochenmarkt. Wir gingen früh, dann ist es am schönsten. Wir haben unsere drei bis vier Stände, an die wir immer gehen: einen grossen Bauernstand, wo wir Gemüse und Obst einkaufen, einen Tofustand für Birgit, einen Käsestand, wo ich mich immer brav anstelle, sowie einen Italiener, der völlig überteuerte, aber erstklassige frische Pasta verkauft.
In der Marktgasse gibt es auch einen der besten Buchläden, die ich kenne. Es ist vielmehr ein langer, enger Schlauch von einem Laden. Die Buchhändlerin ist stadtberühmt und dafür bekannt, dass sie wohl fast jedes Buch im Sortiment selbst gelesen hat. Man bekommt, wenn man dann will, immer drei persönliche Empfehlungen, die wirklich gut sind. Es ist einfach ein Laden, wie Buchhandlungen sein sollten: gut sortiert, tolle Beratung und auf der Höhe der Weltgeschichte. Es gibt dort immer auch Bücher zu den aktuellen Themen, die die Welt bewegen. So lagen jetzt passend zum grossen Kinoerfolg der Nolan Verfilmung mehrere Bücher zu Odysseus auf.
Um elf Uhr verlassen wir die Innenstadt, denn dann kommen die Horden und mit ihnen der Stress. Auf dem Rückweg besuchen wir noch den Italomarkt. Eigentlich brauchen wir nichts Besonderes, aber es gibt dort immer wieder gute Weinaktionen. Zuletzt folgt noch der Wocheneinkauf im Edeka. Wobei ich den Laden nicht besonders mag; es ist halt ein normaler Supermarkteinkauf. Das ist auch in Ordnung.
Am Nachmittag gehen wir mit den Buben von Lisa und Mio in die Schmalegger Tobel Schlucht. Wir dachten, es sei eine kurze Runde. Wir haben uns aber etwas verlaufen, und so wurde es dann doch eine fast anderthalbstündige Wanderung. Mio konnte sich herrlich darüber aufregen, aber in der Gruppe ging es leichter. Und ich war froh um die Bewegung: Ich fühlte mich schon den ganzen Tag nicht richtig ausgelastet. Ich war seit fünf Uhr wach und hatte ständig das Gefühl, etwas zu verpassen, was Birgit dann irgendwann auf den Geist ging. Am Abend folgte das grosse Familienessen: Es gab Tex Mex. Zwei Kilo Hühnchen haben wir verarbeitet und dazu Max’ scharfe Saucen probiert.

Sonntags war dann nicht mehr viel los. Lino war zu meinem grossen Erstaunen schon um neun Uhr wach. Sonst schläft er ja bis mittags. Er wollte zeitig nach Hause, und so waren wir bald auf dem Weg. Ich war sowieso selig, weil ich am Morgen Zeit für einen Lauf im Wald hatte. Dabei habe ich einen Podcast über den zweiten China Schock gehört. Der erste Schock kam Anfang der 2000er Jahre, als China der Welthandelsorganisation beitrat. Damals gerieten einfache Güter und Industrien unter Druck: Möbel, Textilien, einfache Elektronik. Man dachte damals, China passe sich dem Westen an und werde mit wachsendem Wohlstand vor allem mehr importieren. Das ist so nicht eingetroffen. Der zweite China Schock konzentriert sich nun auf hochtechnologische Bereiche wie Batterien, Autos und Maschinen. Es war eine wirklich gut strukturierte Diskussion. Ich lasse mir die Folge später noch von der KI transkribieren. Doppelt gemoppelt hält besser: einmal hören, einmal lesen, dann bleibt von der Essenz mehr hängen.
Wie immer mussten wir unterwegs nochmals umkehren, weil wir ein paar Einkäufe in Ravensburg vergessen hatten. War aber halb so wild, wir waren erst zehn Minuten weg. Die Rückreise zog sich wegen des Sonntagsverkehrs etwas in die Länge. In Winterthur folgten Aufräumen, ein schnelles Zmittag, ein ausgedehnter Mittagsschlaf, eine lange Runde mit Birgit und Nala und zu guter Letzt unsere Sonntagsspaghetti. Ein rundum schönes Wochenende.